Verzweifelte Menschen ohne Hoffnung

Die Situation in Indien wird immer dramatischer.

Nach dem erneut verlängerten Lockdown sind Millionen Menschen vom Hungertod bedroht, Hundertausende Wanderarbeiter sind gestrandet und verzweifelt. Gleichzeitig trifft der stärkste Wirbelsturm seit Jahrzehnten auf die Küste und hinterlässt unzählige Menschen in einer Wüste aus Schlamm, Salzwasser Überschrift 2und Hoffnungslosigkeit. Von unseren Partnerorganisationen vor Ort erhalten wir erschreckende Bilder und dringende Hilferufe.

Brief unseres Partnerordens Sabuj Sangha

Hungernde Menschenmassen in Bhopal:

Rund um das Schulgelände von Father Franklin entstehen Hütten aus Stöckern und Plastikplanen und jeden Tag stehen Hunderte von Frauen, Männern und Kindern vor den Toren und bitten um Essen. Nachdem die Ordensbrüder und -schwestern zuletzt bis zu 300 Essenspakete pro Tag an die hungernden Menschen verteilt haben, sind ihre Ressourcen und ihre Kraft am Ende. Es kommen jeden Tag mehr Menschen und der Orden kann sie unmöglich ernähren.

Father Franklin schildert uns, wie die Regierung die landesweite Ausgangssperre brutal durchsetzt, um die Corona-Ausbreitung zu verlangsamen. Dass dadurch Millionen von Menschen ohne Nahrung dastehen und innerhalb der nächsten Wochen zu verhungern drohen, wird als unvermeidlicher Kollateralschaden akzeptiert. Zugesagte Hilfe scheitert zudem an der Korruption und der Bürokratie.

Father Franklin ist verzweifelt. Er kann nicht mehr Nahrung verteilen und fürchtet um das Überleben seiner Kinder, die er am 3. März, als die landesweite Ausgangssperre mit wenigen Stunden Vorlaufzeit verhängt wurde, wegschicken musste. Viele sind in die umliegenden Slums geflüchtet oder haben sich allein auf den weiten Weg in die umliegenden Dörfer gemacht. Ob und wie sie aufgenommen wurden, weiß niemand.

Unsere Hoffnung richtet sich nun auf ein Ende der Ausgangssperre und eine Wiedereröffnung der Schule. Franklin bittet uns um Hilfe, denn sollte der Schulbetrieb wieder losgehen, braucht er Geld, um die überlebenden Kinder mit Kleidung und Nahrung zu versorgen. Seine Lager sind leer und er will so viele Kinder aufnehmen wie möglich.

Zerstörung in Kalkutta und den Sunderbans:

In Kalkutta leisteten Father Attley und seine Helfer Akkordarbeit, um bei der täglichen Armenspeisung „One Meal a Day“ Hunderte von Menschen zu versorgen. Die Schlange der Hungernden wurde auch hier immer länger. Am 21. Mai traf dann der Zyklon „Amphan“ auf die Küste und sorgte für unvorstellbares Chaos und Zerstörung. Auch die Einrichtung der Priester wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Bäume stürzten um, Dächer wurden fortgerissen und die Küche steht knietief unter Wasser. Die Priester sehen sich schweren Aufräumarbeiten gegenüber und wissen nicht, ob und wann sie die Armenspeisung fortsetzen können. Auch sie sind dringend auf unsere Hilfe angewiesen.

Auch Herr Das, Chef der Hilfsorganisation Sabuj Sangha, die in den Sunderbans (einem ländlich geprägten Mangroven-Gebiet an der Küste) ein Krankenhaus und eine ärztliche Notfallversorgung betreibt, bat uns um Hilfe. Unsere Ehrenamtliche Johanna Drechsler besuchte die Organisation 2019 und wir unterstützten sie bereits beim Stellen von Förderanträgen. Jetzt sind ca. 720 Hektar von Salzwasser und Schlamm überflutet. 125 Dörfer sind abgeschnitten, 115.500 Häuser beschädigt. 6.000 Menschen auf der Flucht. Er schätzt, dass 70 % aller Trinkwasserspeicher ungenießbar wurden. In dieser verzweifelten Situation versuchen die Ärzte und Schwestern den Menschen mit Nahrung und Wasser zu helfen. Doch allein und ohne unsere Unterstützung können sie kaum etwas tun.

Helfen Sie uns in schweren Zeiten und denken Sie an Menschen, denen es noch weitaus schlechter geht. Wir bitten eindringlich um jeden Euro und danken für Ihre selbstlose Spende.