Von Schülern für Schüler

Eine ganz zentrale Säule unseres Unterstützernetzwerkes bilden Schulpatenschaften, die zwischen deutschen und indischen Schulen geschlossen wurden. Insgesamt neun Partnerschulen werden zurzeit von der IndienHilfe Deutschland e.V. betreut. Die Idee dahinter ist immer die gleiche: Schülerinnen und Schüler sollen für die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten auf diesem Planeten sensibilisiert werden, sollen eigene Privilegien erkennen und soziale Verantwortung übernehmen.

Nächstenliebe und die Erkenntnis, durch das eigenen Handeln nachhaltige Lösungen zu erarbeiten, sind zentrale Werte, die so gefördert werden. Regelmäßige Aktionen für die jeweilige Partnerschule, Unterrichtsinhalte, Bzriefkontakte und nicht zuletzt auch denkbare (und teilweise bereits unternommene) Besuche in Indien halten unsere Schulpartnerschaften lebendig. Zudem kommt Father Franklin fast jedes Jahr zu Besuch und lässt es sich nicht nehmen, den deutschen Schülerinnen und Schülern von den Wünschen, Hoffnungen und der Dankbarkeit seiner Kinder zu berichten.

2018 / 2019: Wohnheim für unser Ausbildungszentrum

Zwischen 100 bis 200 Kinder kann Father Franklin jedes Jahr in seine Schulen und Hostels aufnehmen, mindestens genauso viele müssen die Einrichtungen im Alter ab 15 Jahren wieder verlassen. Sie haben dank jahrelanger Schulbildung zwar eine bessere Chance auf dem Arbeitsmarkt, ohne fundierte Ausbildung bleiben jedoch viele in der Armutsspirale aus Hunger, Angst und Ausbeutung gefangen. Das Problem: Es gibt in Indien kein Ausbildungssystem im deutschen Sinne. Wer Arbeit findet, lernt was er zu tun hat, und ist seinem Vorgesetzten absolut ausgeliefert. Arbeitsverträge oder gar Zeugnisse sind gerade in den unteren Schichten nicht vorhanden.

Durch unsere verschiedenen Ausbildungsprojekte können wir einem kleinen Prozentsatz der Schülerinnen und Schüler eine echte Berufsperspektive eröffnen – doch längst nicht allen. Um hier langfristig eine tragfähige Lösung zu finden, planen wir seit Jahren unser eigenes BerufsBildungsZentrum Bhopal (BBZB), in dem die ehemaligen Schülerinnen und Schüler in betriebswirtschaftlichen und technischen Berufen ausgebildet werden.

Drei Architekturstudenten der Uni Weimar flogen mehrfach nach Bhopal, um vor Ort ein komplettes Bau- und Durchführungskonzept zu erstellen. Der Bauplatz wurde besichtigt, ein eigenes Lehmbauseminar besucht und Kontakt zu Baufirmen und Architekten aufgenommen. Nach Monaten der Planung konnte das fertige Konzept im Herbst 2018 an die Pilar Fathers übergeben werden.

Durch den modularen Aufbau des Ausbildungszentrums lässt sich das Gesamtprojekt stetig erweitern und an neue Gegebenheiten anpassen. In einem ersten Schritt wurde Ende 2018 mit dem Bau eines Wohnheims für ca. 20 Studentinnen begonnen – das benötigte Geld wurde uns bereits von der Stiftung RTL Wir helfen Kindern e.V. zugesichert. Die symbolische Scheckübergabe stimmt uns zuversichtlich, der Fertigstellung eines eigenen BerufsBildungsZentrums Bhopal entgegenzusehen.

2018: Der zweite Brunnenbau

Der Brunnen auf dem weitläufigen Schulgelände der Father Agnel School in Shantinagar trocknete zunehmend aus, so dass die Wasserversorgung für die Tiere, die Plantagen und nicht zuletzt die Kinder in den drei Hostels gefährdet war. Zum Glück stellte ein langjähriger Partner der IndienHilfe Deutschland e.V., das Weingut Caspari, die Mittel für einen neuen Brunnen zur Verfügung.

Nachdem Fachleute eine geeignete Stelle auf dem Gelände gefunden hatten, segnete Father Franklin das Projekt und betete gemeinsam mit den Kindern für reichlich Wasser. Im Sommer 2018 begannen dann die Grabungsarbeiten, die anfangs noch mit dem Bagger, später per Hand durch den steinigen Boden vorangetrieben wurden. In 42 Meter Tiefe stieß man schließlich auf das kostbare Grundwasser, das nun mit einer motorisierten Pumpe

nach oben transportiert wird. Nachdem der Brunnenschacht noch mit einem Gitter gesichert wurde, wird er nun hoffentlich für lange Zeit ausreichend Wasser spenden, das für die Bewässerung, zum Kochen und Trinken und natürlich auch für unsere neu errichtete Büffelfarm auf dem Gelände dringend benötigt wird.

Da es in Indien keine öffentliche Trinkwasserversorgung gibt, sind Brunnen oft die einzige Möglichkeit, um an lebensspendendes Wasser zu gelangen. Die Ordensbrüder der Pilar Fathers kennen viele Standorte in den umliegenden Slums oder abgelegenen Dorfgemeinschaften, an denen ein Brunnen ein unendlich kostbares und unvergessliches Geschenk darstellen würde.

2018: Wir gründen eine Büffelfarm

Wer die Schulen Father Franklins schon einmal besucht hat, kennt vielleicht auch die zwei Wasserbüffel der Father Agnel School. Die Milch der friedlichen und genügsamen Tiere wird zur Ernährung der Kinder genutzt, wobei angesichts von Hunderten von Jungen und Mädchen zwei Wasserbüffel nicht wirklich ins Gewicht fallen. Dies soll nun anders werden, denn nachdem das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unseren Förderantrag positiv beantwortet hat, steht dem Aufbau einer großen Büffelherde nichts mehr im Weg.

Seit dem Sommer 2018 laufen nun die Bauarbeiten an den Stallungen, in denen zunächst 25 Wasserbüffel Platz finden werden. Die Kosten sind nicht unerheblich, zumal zur Pflege und vor allem Bewachung der kostbaren Tiere zwei Hirten eingestellt werden mussten.

Doch die Investition wird sich lohnen: Denn sobald die Tiere großgezogen wurden und gekalbt haben, gibt eine Büffelkkuh bis zu 16 Liter Milch pro Tag. Büffelmilch ist doppelt so fettreich wie Kuhmilch, reicher an Mineralien und Vitaminen und zudem auch ohne Kühlung länger haltbar. Unsere Wasserbüffel werden daher über Jahrzehnte hinweg die Ernährung der Kinder maßgeblich verbessern und ihnen eine gesunde Entwicklung ermöglichen. Langfristig ist zudem geplant, die gewonnene Milch in einer eigenen Käserei zu Büffelmilchkäse weiterzuverarbeiten. Diese leckere Spezialität ist nicht nur gesund, sondern kann auf den lokalen Märkten sehr gut weiterverkauft werden. Die Büffelfarm wird somit eigenes Geld erwirtschaften und sich nachhaltig selbst tragen. Bis dahin ist es natürlich noch ein langer Weg, doch wir sind zuversichtlich, dass wir mit Hilfe großzügiger Spender das entfernte Ziel erreichen werden.

2017-2019: Komplette Schulimkerei aufgebaut

Am Osnabrücker Gymnasium „In der Wüste“ gründete man 2009 die Schülerfirma „Bienen in der Wüste“, mit dem Ziel eine eigene Imkerei aufzubauen – mit großem Erfolg. Für ihre ökonomische, ökologische und soziale Ausrichtung erhielt Deutschlands beste Schülerfirma (Auszeichnung 2015) zuletzt die Nachhaltigkeitszertifizierung der Stufe Gold. Bereits 2014 kam während eines Besuchs Father Franklins die Idee auf, ein ähnliches Projekt an der Father Agnel School in Bhopal zu starten. Die Schule würde sich so durch die Honigproduktion eine wichtige Einnahmequelle aufbauen. Wichtiger jedoch wäre die Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler als Imker auszubilden und ihnen damit eine berufliche Perspektive zu bieten. Da der zentrale Sinn einer Schülerfirma auch in der Vermittlung betriebswirtschaftlicher Kenntnisse besteht, würden die Jungen und Mädchen zudem lernen, wie sie als selbstständige Unternehmer denken und handeln müssen.

Im Laufe der Jahre wurde ein genaueres Konzept ausgearbeitet und vor allem eine tragfähige Finanzierung auf die Beine gestellt. Die Kosten für den Bau eines Imkerei-gebäudes, eine technischen Grundausstattung sowie 10 Bienenvölker wurden von der BINGO Umweltstiftung und aus privaten Spenden gestemmt.

Parallel zu den Bauarbeiten ließen sich drei ehemalige Schüler Franklins am Imkereiinstitut in Bhopal, dem „Madhya Pradesh State Agro Industries Development Corporation Limited“, zu Imkern ausbilden. Unter Leitung von Father Joachim werden sie sich um den Aufbau, den Betrieb und die Ausbildung innerhalb der Imkerei kümmern. Seit Herbst 2018 fliegen nun die ersten Bienenvölker durch Bhopal und helfen „bienenfleißig“ mit, um den Kindern eine bessere Zukunft zu schenken.

2017: Zweites Litschi-Projekt für Ureinwohner

Im Frühjahr 2017 starteten erneut zwei LKWs auf ihre lange Fahrt zu den abgelegenen Dörfern der Adhivasi. Diese stark diskriminierten Ureinwohner Indiens werden seit langen Jahren von den Pilar Fathers unterstützt. Missernten und mafiöse Großgrundbesitzer treiben immer wieder Menschen in die Städte, wo sie sicher verelenden. Vor allem Kinder müssen von ihren Familien fliehen, wenn diese sie nicht mehr ernähren können. Litschi-Bäume, die den Familien eine

sichere Nahrungs- und Einkommensquelle bescheren, haben sich als Entwicklungsprojekt bewährt. Zusammen mit der Erbacher Stiftung konnten erneut 8.850 Setzlinge auf den Weg gebracht werden.

Nachdem die örtlichen Märkte leergekauft wurden, begann die mehrtägige Fahrt durch den Dschungel, die schließlich mit der Übergabe der begehrten Pflanzen endete. Die mitgereisten Priester segneten die neugepflanzten Setzlinge, die dank guter Pflege hoffentlich zu riesigen und ertragreichen Litschi-Bäumen heranwachsen.

2017: Viele Koffer voller Hoffnung

Jedes Jahr nimmt Father Franklin Hunderte von Straßen- und Waisenkindern auf, die ohne ihn kaum eine Chance auf ein besseres Leben hätten. Sie dürfen auf den Schularealen sicher und behütet spielen, erhalten Trinkwasser und eine Mahlzeit pro Tag und werden täglich mehrere Stunden im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet. Am Abend legen sie sich zum Schlafen in ihren Klassenräumen auf den Boden. Für deutsche Verhältnisse mag das spartanisch anmuten, doch für diese Kinder ist es ein langersehntes Glück, auf das sie lange nicht zu hoffen wagten.

Da die meisten Kinder bei ihrer Ankunft nicht viel mehr besitzen als die Kleider am Körper, bekommen sie als Willkommensgeschenk einen abschließbaren Koffer, in dem sie alles finden, was sie für ihr neues Leben bei den Pilar Fathers benötigen: eine Decke, ein Hemd, eine Zahnbürste, zwei Stifte, ein Schulbuch und vieles mehr. Mit einem Wert von umgerechnet 52 Euro ist dieser Koffer ihr größter, wertvollster und wichtigster Besitzt. Damit auch wirklich jedes neuaufgenommene Kind seinen eigenen Koffer erhält, sind die Pilar Fathers ständig auf großzügige Spender angewiesen. In diesem Jahr konnten 143 Koffer für die Kinder, dank der großzügigen Spendenbereitschaft, gekauft werden.

2016: Wasserfilter retten Leben

Obwohl die Einrichtungen der Pilar Fathers in Bhopal mit Tiefbrunnen ausgestattet sind, war die Wasserqualität teilweise grenzwertig. Vor allem der Monsunregen spülte viel Schmutz in die Brunnen, Darmerkrankungen setzten den kleinsten und schwächsten Kindern stark zu. Eine praktikable Lösung des Problems schien lange nicht in Sicht, bis wir auf einen tragbaren Wasserfilter aufmerksam wurden, den die Universität Kassel eigentlich für den Katastropheneinsatz entwickelt hatte. Dieser sogenannten PAUL (Portable Aqua Unit for Lifesaving) filtert ohne Strom und Chemie allein durch die Schwerkraft und hochwirksame Miko-Membranen sogar Bakterien und Viren aus dem Wasser. Dabei schafft eine einzelne Anlage bei einer Laufzeit von über 10 Jahren ganze 1.200 Liter am Tag.

Überzeugt, die richtige Lösung gefunden zu haben, riefen wir zu Spenden auf und stellten einen erfolgreichen Förderantrag bei der niedersächsischen BINGO Umweltstiftung. Insgesamt 10 Wasserfilter machten sich auf den Weg Richtung Indien, wo sie auf die verschiedenen Schulen, Hostels und die Leprakolonie verteilt wurden. Franklin, die Erzieher vor Ort und natürlich auch die Kinder waren begeistert, wie einfach und schnell sich schmutziges Brackwasser in klares und gesundes Trinkwasser verwandeln lässt. Angesichts dieses Erfolgs kamen natürlich zahlreiche Ideen auf, wo man sonst noch weitere PAULs aufstellen könnte, um die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort ganz erheblich zu verbessern. Der Bedarf ist riesig und sofern sich genügend Unterstützer finden, gehen sicher bald die nächsten Wasserfilter nach Bhopal.

2015: Litschi-Bäume sichern Ernährung

Litschi-Bäume brauchen wenig Pflege, sind sehr langlebig und produzieren viele Früchte, die gegessen oder auf lokalen Märkten verkauft werden können. Ein kleiner Setzling kostet nicht viel, bietet aber über die Jahre gesehen eine wichtige Einnahmequelle. Dieser nachhaltige Ansatz überzeugte auch die Erbacher Stiftung, so dass wir gemeinsam mit privaten Spendern rund 7.500 Mini-Bäumchen kaufen und an die Schulen sowie abgelegene Dorfgemeinschaften verteilen konnten.

Für die Kinder und Familien bedeuten die Setzlinge einen einfachen und sicheren Weg, ihre Lebenssituation deutlich zu verbessern. Ein fünf Jahre alter Baum trägt bereits bis zu vier Kilo Früchte, die auf lokalen Märkten rund 220 Rupien einbringen können. Bei 25 Bäumen kommt eine Familie so schon auf ein Zusatzeinkommen von 5.500 Rupien im Jahr (ca. 75 Euro). Der Ertrag der Bäume steigert sich von Jahr zu Jahr, so dass ein 20-jähriger Baum schon bis zu 150 kg Früchte produziert und diesen Ertrag über viele Jahrzehnte hält. Im Idealfall kann also eine Familie mit 25 ausgewachsenen Litschi-Bäumen 3.750 kg Früchte im Jahr vermarkten, was einem Gewinn von rund 206.250 Rupien oder 2.800 Euro entspricht.

2015: Starke Soforthilfe nach Ernteausfall

Zur Ernährung der vielen Schülerinnen und Schüler unterhalten die Pilar Fathers verschiedene Gärten und Weizenfelder, auf denen die Kinder immer auch eifrig mithelfen. Im Jahr 2015 ereignete sich eine verheerende Katastrophe: Kurz vor der Ernte brannte das Weizenfeld komplett ab. Ob es sich um Brandstiftung oder einen Unfall handelte, konnte nie geklärt werden. Jedenfalls reichten die aus der Asche gesammelten Körner lange nicht aus, um die Ernährung der Kinder sicherzustellen.

In einem eindringlichen Brief wandte sich Father Franklin an die IndienHilfe Deutschland e.V., da er um die Gesundheit und das Leben seiner Kinder fürchtete. Seine Bitte stieß auf eine unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft. In nur wenigen Tagen kamen rund 4.000 Euro

zusammen, von denen nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch neues Saatgut gekauft werden konnte. Für die Ordensbrüder und vor allem die Kinder war es ein wichtiges Zeichen, dass sie sich auf die Hilfe ihrer deutschen Freunde verlassen können.

Überhaupt nimmt Saatgut einen wichtigen Stellenwert in unseren Projektspenden ein. Denn es ermöglicht einer Schule, einer Familie oder auch einer Dorfgemeinschaft, das eigene Schicksal in die Hände zu nehmen und sich in punkto Selbstversorgung nachhaltig zu entwickeln.

Seit 2015: Ausbildung zur Krankenschwester

Für viele Mädchen in der Obhut der Pilar Fathers ist es ein langgehegter Traum, Krankenschwesterhelferin oder sogar fertig ausgebildete Krankenschwester zu werden. Dies liegt zum einen daran, dass sie das Geschenk der Nächstenliebe, das sie erfahren haben, gern weitergeben und anderen Menschen helfen möchten. Zum anderen eröffnet diese Ausbildung ihnen gute Berufsperspektiven mit einer relativ fairen Entlohnung – und damit die Chance, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Ausgebildet werden die jungen Frauen im St. Josefs Hospital in Hosangabad im Bezirk Bhopal. Da es kein vergleichbares Ausbildungssystem wie in Deutschland gibt, müssen die Frauen für ihren Lebensunterhalt bzw. die Schulungskosten selbst aufkommen. Eine unmögliche Belastung für unsere ehemaligen Schülerinnen, die daher zwingend auf deutsche Ausbildungspaten angewiesen sind. Jeder Pate kann entweder die einjährige Ausbildung zur Helferin oder die dreijährige Ausbildung zur fertigen Krankenschwester finanzieren. Er erhält regelmäßig Informationen sowie eine Kopie des Abschlusszeugnisses und kann sich einer Sache sicher sein: Ein bestimmter Mensch wird diese gute Tat niemals vergessen – ein Leben lang.

2015: Eigene Nähschule wird errichtet

Die vielen Mädchen, die in den Schulen der Pilar Fathers eine relativ unbeschwerte Kindheit genießen, blicken als junge Frauen oft einer schwierigen Zukunft entgegen. Zwangsehen, häusliche Gewalt und sogar Mitgiftmorde sind gerade für Mädchen in den unteren sozialen Schichten leider keine Seltenheit. Der Arbeitsmarkt ist zudem ausgesprochen männlich dominiert, so dass ungelernte Frauen häufig ausgebeutet und kaum fair entlohnt werden.

Auf dem Grundstück der Father Agnel School in Shanti Nagar errichteten wir 2015 mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unsere eigene Nähschule, um den jungen Frauen eine Berufsperspektive zu bieten. Eine gelernte Näherin aus Deutschland flog für 6 Wochen nach Indien, um beim Aufbau zu helfen und das Projekt fachlich zu begleiten.

Seitdem werden jedes Jahr bis zu 60 ehemalige Schülerinnen zu Näherinnen ausgebildet. Nach einem Jahr haben sie alle Fertigkeiten erlernt und bekommen neben ihrem zertifizierten Abschlusszeugnis eine eigene Nähmaschine geschenkt. Zusammen mit Stoffen und weiteren Utensilien bildet diese Nähmaschine das Startkapital, mit dem sich die jungen Frauen eine selbstbestimmte Existenz aufbauen können.

Zum Konzept gehört, dass unsere frischgebackenen Näherinnen eben nicht in den Nähfabriken westlicher Konzerne ausgebeutet werden, sondern in den Slums oder sogar Dörfern als selbstständige Näherinnen ihren Lebensunterhalt verdienen. Ermöglicht wird dieser zentrale Schritt zu einem besseren Leben von deutschen Näh-Paten, die sowohl die Kosten für die einjährige Ausbildung als auch für das abschließende Starter-Set übernehmen.

Seit 2014: Paten schenken eine Kindheit

Aufgrund begrenzter Mittel können die Pilar Fathers jedes Jahr nur eine gewisse Zahl von Straßen- und Waisenkindern aufnehmen. Denn die Kosten für eine tägliche Mahlzeit, eine sichere Unterbringung, medizinische Versorgung, Kleidung und Schulbildung werden allein durch Spenden aufgebracht. Das schönste Geschenk für die Kinder ist eine Patenschaft, die ihre Versorgung absichert und ihnen eine unbeschwerte Kindheit schenkt.

Im Laufe der Jahre konnte die IndienHilfe Deutschland e.V. bereits 103 Kinderpatenschaften vermitteln. Dabei wird absolut sichergestellt, dass jeder gespendete Euro 100%ig zweckgebunden eingesetzt wird.

Seit 2014: Ziegen für indigene Dorffamilien

Die Adhivasi, ein Volk von Ureinwohnern, wird stark stigmatisiert und von Bildung und gesellschaftlichem Aufstieg ferngehalten. Entsprechend arm und perspektivlos ist ihr Leben. Landflucht, Leibeigenschaft und eine hohe Selbstmordrate sind die Folgen. Die Pilar Fathers versuchen seit Jahren, die Lebensbedingungen dieser Menschen zu verbessern.

Seit 2014 verschenkt die IndienHilfe Deutschland e.V. weibliche Ziegen an besonders arme Familien einer Dorfgemeinschaft. Die Ziegen sind robust und brauchen nicht viel Pflege. Sobald sich der erste Nachwuchs einstellt, kann die Milch zur eigenen Ernährung oder zum Verkauf bzw. Tausch genutzt werden. Männliche Nachkommen dürfen geschlachtet werden, weibliche Nachkommen hingegen werden an eine weitere Familie im Dorf verschenkt.

Aufgrund seiner effizienten und nachhaltigen Wirkung wurde das Projekt vom Gymnasium In der Wüste (Osnabrück) unterstützt und es konnten 100 Ziegen übergeben werden.

Seit 2014: Technische Ausbildungen am GTTI

Das aus Deutschland aufgebaute Gedee Technical Training Istitute (GTTI) in Coimbatore ermöglicht jungen Menschen eine sehr gute technische Ausbildung nach deutschem Vorbild. Das Modell der IHK-zertifizierten Ausbildung wird seit vielen Jahren erfolgreich in Kooperation zwischen dem GTTI und der deutschen Firma GDW Werkzeugmaschinen Herzogenaurach GmbH umgesetzt. Seit 2014 ermöglichen wir unseren besten Schulabsolventen eine spendenfinanzierte Ausbildung zum Mechatroniker oder Schweißer. Nach unserem Motto „Bildung gegen Armut“ erhalten hier Jungen und – seit 2016 – auch Mädchen eine sechsmonatige bzw. dreijährige Ausbildung in einem technischen Beruf.

Dieses Abschlusszertifikat eröffnet ihnen überdurchschnittlich gute Berufsperspektiven und entsprechende Verdienstmöglichkeiten, mit denen sie auch ihre Familien unterstützen können. Da es kein staatlich bzw. von Unternehmen finanziertes Ausbildungssystem gibt, werden die Kosten für Unterricht, Unterbringung und Verpflegung von deutschen Ausbildungspaten finanziert. Alle fertigen Absolventen haben gut entlohnte Stellen gefunden und sich bereiterklärt, 10 % ihres Gehaltes zur Unterstützung weiterer Straßen- und Waisenkinder zu spenden.

2013: Der erste Brunnenbau

Die von dem christlichen Orden der Pilar Fathers in Bhopal aufgebauten Kindergärten, Schulen, Hostels sowie die Leprakolonie müssen sich selbst mit Trinkwasser versorgen, da es ein öffentlich zugängliches Versorgungsnetz nicht gibt. Dank einer großzügigen Privatspende waren wir 2013 erstmalig in der Lage einen eigenen, 60 Meter tiefen Brunnen zu finanzieren. Eine eigenes Pumpaggregat fördert das Wasser nach oben, wo es zum Waschen, Kochen, Bewässern und Trinken verwandt wird.

Da im Laufe der Zeit jedoch durch mehr aufgenommene Kinder und insgesamt wachsende Projekte der Wasserbedarf stetig steigt, müssen langfristig weitere Brunnen gebaut werden. Darüber hinaus unterhält Father Franklin enge Beziehungen zu den teilweise extrem armen Dorfgemeinschaften im Umland. Sollte eine Spendensumme für den Bau eines Tiefbrunnens zusammenkommen, kommen je nach Dringlichkeit verschiedene Standorte in Frage, die gern auch im Dialog mit dem Spender abgesprochen werden können.

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Nur 5,- € kostet die Menge Reis, die nötig ist, um ein Kind in Indien einen Monat lang zu Ernähren.