1. BBZB

Der sichere Weg aus der Armut: BerufsBildungsZentrum Bhopal (BBZB)

„Bildung gegen Armut“ lautet unser Ansatz, den wir aktuell mit dem größten und umfangreichsten Projekt unserer Vereinsgeschichte umsetzen wollen. Wir planen ein eigenes BerufsBildungsZentrum Bhopal (BBZB), in dem Franklins Schülerinnen und Schüler in betriebswirtschaftlichen und technischen Berufen ausgebildet werden und damit einen sicheren Weg aus der Armut erhalten.

Zum Hintergrund: Jedes Jahr müssen 100 bis 200 Schülerinnen und Schüler Franklins Schulen und Hostels verlassen, um Platz für neuaufgenommene Kinder zu machen. Damit sie nicht in die Spirale aus Hunger, Angst und Ausbeutung zurückfallen, brauchen sie eine gute Berufsausbildung, die in Indien allerdings Geld kostet und höheren Schichten vorbehalten ist. Den Jungen bleibt meist nur der Weg, sich als Tagelöhner durchzuschlagen, die Mädchen müssen heiraten und werden von den Familien ihrer Ehemänner ausgebeutet.

Um dieses Schicksal abzuwenden, entstand schon 2015 die Idee, ein eigenes Ausbildungszentrum aufzubauen. Über private Kontakte lernten wir 2017 drei Architekturstudenten der Universität Weimar kennen, die bereits verschiedene Entwicklungsprojekte im Ausland begleitet hatten. Hanna Idstein, Anne-Kathrin Müller und Bernardo Villagra waren sofort begeistert und flogen noch im gleichen Jahr nach Indien, um das Projekt mit Father Franklin und seinen Ordensbrüdern anzuschieben.

Zum Glück besitzt der Orden ein geeignetes Grundstück und nach vielen Gesprächen auch mit Architekten und Baufirmen vor Ort ging es zurück nach Deutschland, um das Zentrum architektonisch zu planen und im Modell fertigzustellen. In drei Bauabschnitten sollte ein College mit Wohnheim, Lehrerwohnungen, Mensa, Bücherei und Hörsälen entstehen, das letztlich Platz für bis zu 1.000 Studenten bieten würde. Für den Bau und eine Anschubfinanzierungen waren 1,2 Millionen Euro veranschlagt, langfristig soll sich das BBZB jedoch über Schulgeld finanzieren, da die Hälfte der Studienplätze auch an Studenten aus höheren Schichten vergeben werden sollen.

2018 nahm die Planung Fahrt auf: Förderanträge wurden geschrieben, eine eigene Projekt-Broschüre erstellt und der BVMW als Kooperationspartner gewonnen. Das Netzwerk an potenziellen Unterstützern weitete sich und so konnten wir im Juni 2018 die erste größere Fördersumme in Höhe von 74.000 Euro durch die RTL-Stiftung „Wir helfen Kindern“ entgegennehmen. Mit ihr soll in einem ersten Schritt das Wohnheim für die zukünftigen Studentinnen finanziert werden.

Im Herbst 2018 erteilte uns Prior Father Attley die Freigabe für diesen ersten Teilabschnitt, so dass im Frühjahr 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Doch bis zur endgültigen Fertigstellung ist es noch ein weiter Weg, den wir nur gemeinsam mit möglichst vielen Unterstützern gehen können. Helfen Sie uns, damit wir mit dem neuen BBZB über viele Generationen hinweg Tausende von ehemaligen Straßen- und Waisenkindern in eine sichere Zukunft ohne Angst und Armut entlassen können.

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2. Nähschulen

Leben vom seidenen Faden: Nähschulen schenken Sicherheit

Frauen gelten in Indien vielerorts als Menschen zweiter Klasse. Vor allem in den unteren Schichten gilt die Geburt eines Mädchens als harter Schicksalsschlag. Nicht selten werden Mädchen verstoßen, verkauft, missbraucht, erhalten weniger zu essen und eine geringere medizinische Versorgung. Ihre Sterblichkeit liegt entsprechend deutlich höher als bei Jungen.

Töchter werden sehr früh verheiratet, wobei die Familie des Ehemanns auf hohe Mitgiftzahlungen und absoluten Gehorsam besteht. Leider kommt es auch häufig zu Mitgiftmorden, bei denen die junge Braut durch einen „Unfall“ verstirbt und Platz für eine neue Ehe mit einer neuen Mitgift macht. Viele junge Frauen wählen aus eigenem oder fremden Antrieb auch den Selbstmord als letzten Ausweg.

Die Mädchen, die Franklin im Alter zwischen 2 bis 4 aufnimmt, genießen eine unbeschwerte Kindheit und haben es in diesem Punkt deutlich leichter als ihre Altersgenossinnen. Sobald sie die Schule verlassen müssen, holt viele jedoch die eigene Herkunft wieder ein. Viele werden zwangsverheiratet und von ihren Ehemännern und deren Familie ausgebeutet.

2015 errichtete die IndienHilfe Deutschland e.V. die erste Nähschule auf dem Schulgeländer der Pilar Fathers in Shanti Nagar. Unsere ehrenamtliche Schneiderin Frau Heumann flog nach Indien und begleitete den Kursaufbau. Seitdem werden jedes Jahr 30 junge Frauen zu Näherinnen ausgebildet. Zum Abschluss ihrer Ausbildung erhalten sie ein Zertifikat sowie eine eigene Nähmaschine nebst Utensilien.

3. Kofferprojekt

Ein Koffer voller Hoffnung: Der Beginn eines neuen Lebens

Die Lebenswege der Kinder, die Franklin jedes Jahr in seinen Schulen und Hostels aufnimmt, sind sehr unterschiedlich. Manche lebten auf der Straße, andere wurden von ihren Familien verstoßen, einige wurden in der Leprakolonie der Pilar Fathers geboren und wieder andere wurden von Verwandten abgegeben. Allen gemein ist der Umstand, dass sie nicht viel mehr besitzen als die Kleider am Leib.

Wer es geschafft hat und von den Pilar Fathers aufgenommen wird, erhält eine Grundausstattung an Dingen, die er für sein zukünftiges Leben benötigt. Die Liste umfasst beispielsweise eine Schlafmatte und eine Decke, eine Zahnbürste und einen Kamm, einen Blechteller und einen Becher, eine Hose, ein Schulbuch, Schreibutensilien und einiges mehr. Damit diese Dinge nicht herumfliegen oder begehrliche Blicke wecken, erhält jedes Kind zudem einen eigenen, abschließbaren Metallkoffer, der es seine ganze Schullaufbahn und darüber hinaus begleitet.

4. One Meal a Day

Am Leben bleiben mit einer Mahlzeit am Tag

Obwohl die Pilar Fathers einen Schwerpunkt ihrer christlichen Nächstenliebe auf die Verpflegung und Ausbildung von Straßen- und Waisenkindern legen, unterhalten sie seit vielen Jahren auch eine klassische Armenspeisung in den Straßen Kalkuttas. „One Meal a Day“ nennt sich das Projekt, das ganz im Geiste von Mutter Theresa jeden Tag Menschen vor dem bloßen Verhungern bewahrt.

Für uns von der IndienHilfe Deutschland e.V. ist die Unterstützung dieses Projektes nicht ganz ohne Widersprüche. Denn eigentlich wollen wir Menschen nachhaltig und sicher aus der Armut befreien, was bei einer Armenspeisung nicht das vordergründige Ziel darstellt. Wir haben uns dennoch bewusst dafür entschieden, „One Meal a Day“ zu unterstützen.

Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen kann eine regelmäßige Armenspeisung tatsächlich die Chance erhöhen, der Armutsspirale zu entkommen. Vor allem Kinder leiden dank des Projektes weniger unter Mangelerscheinungen und haben mit einem gesunden Körper bessere Möglichkeiten, ihren Weg im Leben zu gehen. Zum anderen ist die subjektive Wertsteigerung enorm: Man muss sich bewusst machen, dass wenige Euro, die hier vielleicht für zwei Stunden Parken reichen, in Indien den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.

5. Wasserfilter PAUL

Kristallklare Verbesserung: Trinkwasser durch Wasserfilter

In einem Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern und Temperaturen, die regelmäßig die 40 Gradgrenze übersteigen, gibt es keine öffentliche Trinkwasserversorgung. Flusswasser ist oft stark kontaminiert und so bleibt als einzige halbwegs zuverlässige Wasserquelle nur das Grundwasser. Father Franklin hat dank deutscher Unterstützer schon vor Jahren seine zentralen Schulen und Hostels mit Tiefbrunnen ausgestattet.

Doch die Wasserqualität ist schlecht. Immer wieder berichtete uns Franklin, dass kleine Kinder oder Lepraerkrankte durch verkeimtes Wasser schwer erkrankten oder starben. Um das Wasser komplett abzukochen fehlte das Brennmaterial, für eine chemische Reinigung das Geld und andere Reinigungsanlagen waren auf Strom angewiesen, der in den Einrichtungen der Pilar Fathers nur sehr unstet vorhanden ist.

2016 fanden wir eine praktikable Lösung für dieses Problem. Die Universität Kassel hatte einen tragbaren Wasserfilter entwickelt, der eigentlich für den Katastropheneinsatz konzipiert wurde. Die grundlegende Idee: Wenn nach einer Katastrophe abgelegene Regionen abgeschnitten sind, kann dieser Wasserfilter notfalls zu Fuß hingebracht werden. Vor Ort reinigt er das Wasser ganz ohne Chemie oder Strom, allein durch die Schwerkraft, und erzeugt so bis zu 1.200 Liter Trinkwasser am Tag. Getauft wurden die blauen Lebensretter auf den Namen PAUL (Portable Aqua Unit for Lifesaving).

6. Brunnen

Wasser aus gutem Grund: Tiefbrunnen sichern Leben

Der sinkende Grundwasserspiegel ist in Indien ein gewaltiges Problem, das sich zunehmend verschärft. Da die Entnahme kaum gesetzlich geregelt ist, pumpen vor allem westliche Konzerne gewaltige Mengen aus dem Erdreich, die für die Produktion von Exportartikeln verbraucht werden. Zunehmende Hitzeperioden und ausfallender Regen im Zuge der Klimaveränderung tragen dazu bei, dass es immer schwieriger wird, an das kostbare Nass zu gelangen.

Dennoch oder gerade deswegen sind eigene Tiefbrunnen die einzige Möglichkeit, an ausreichend Wasser zu gelangen. Dank seiner deutschen Freunde besitzt Franklin mehrere solcher Brunnen, von denen allein zwei von der IndienHilfe Deutschland e.V. finanziert wurden. Doch auch wenn seine Kinder somit halbwegs sicher versorgt sind, sieht Franklin täglich, zu welchem Elend der Wassermangel führt. Da es keine öffentliche Trinkwasserversorgung gibt, sind viele Menschen in den umliegenden Slums gezwungen, ihr Wasser aus stehenden oder fließenden Gewässern zu entnehmen.

Nicht zuletzt aufgrund des schwersten Chemieunglücks der Menschheitsgeschichte, das sich hier in den 80er Jahren ereignete, sind die Oberflächengewässer ringsum Bhopal stark kontaminiert. Der ungehemmte Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft sowie mangelnde Abwassersysteme tragen dazu bei, dass viele Menschen verunreinigtes Wasser trinken müssen.

7. Lepra Ashram

Ein Zuhause für die Verstoßenen

Lepra ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die mit Antibiotika sehr gut behandelbar ist. In allen Ländern mit einer guten Gesundheitsversorgung ist sie daher nahezu komplett besiegt. In Indien gibt es eine solche Versorgung leider nicht, so dass die Krankheit nach wie vor zahllose Todesopfer fordert.

Das Hauptproblem liegt allerdings weniger im Krankheitsverlauf als in der gesellschaftlichen Ächtung mit der jeder „Aussätzige“ gestraft wird. Wer an Lepra erkrankt, wird von seinem sozialen Umfeld komplett isoliert. Er verliert seinen Job und muss auch die Familie sofort verlassen, sofern er sie von Diskriminierung und Ausgrenzung schützen will. Die Folgen dieser Ausgrenzung liegen auf der Hand: Betroffene versuchen, die Krankheit möglichst lange zu verbergen, was die Chance auf Heilung minimiert und das Risiko von Neuansteckungen erhöht. Diese Isolation ist umso trauriger, wenn man sich bewusst macht, dass Lepra nicht nur heilbar, sondern bei unter Einhaltung einer gewissen Hygiene auch kaum ansteckend ist. Lepraerkrankte gehen in Indien nicht zum Arzt, sondern landen auf der Straße, wo sie vom und im Müll leben und erbärmlich zugrunde gehen.

8. Landwirtschaftliche Projekte

Nachhaltigkeit durch kluge Selbstversorgung

Die Pilar Fathers unterhalten nicht nur Schulen und Hostels in Bhopal, sondern kümmern sich auch um entlegene Dorfgemeinschaften der Adhivasi, indischen Ureinwohnern, die gesellschaftlich stark diskriminiert werden. Diese Menschen können nicht lesen und schreiben und sind kriminellen Großgrundbesitzern sowie Missernten hilflos ausgeliefert.

Sowohl die Schulen in Bhopal als auch die indigenen Dorfgemeinschaften erwirtschaften ihre benötigten Lebensmittel größtenteils selbst. Es gibt Felder und Plantagen, Gärten und Nutztiere, die an den verschiedenen Standorten gepflegt und gehegt werden. Diese Form der Selbstversorgung schafft eine gewisse Unabhängigkeit, ist jedoch auch nicht ohne Risiken. Der Brand eines Feldes führte 2015 beispielsweise dazu, dass die Ernährung von Hunderten von Kindern auf der Kippe stand.

Aus diesen und anderen Gründen versuchen wir stets, die Nahrungsgrundlage für diese Menschen zu verbessern. Als besonders effizient hat sich hierbei die Anpflanzung von Mango-, Bananen- und vor allem Litschi-Bäumen erwiesen. Tausende dieser Setzlinge wurden im Laufe der Jahre gekauft und verschenkt. Die ersten Ernten sind vielversprechend und helfen den Menschen, sich selbst zu ernähren.

Mit der richtigen Pflege erreicht ein Litschi-Baum ein stolzes Alter und bringt dann pro Jahr bis zu 150 kg Früchte, die gegessen, aber auch auf lokalen Märkten verkauft werden können. Bis dahin dauert es seine Zeit, aber auch ein fünfjähriger Baum kann schon vier Kilo der gesunden und leckeren Früchte bereitstellen.

9. Krankenschwestern

Gutes Weitergeben: Traumberuf Krankenschwester

Jedes Jahr verlassen Hunderte von Schülerinnen die Hostels und Schulen von Father Franklin und blicken einer ungewissen Zukunft entgegen. Ihnen bleibt häufig nur der Weg in eine arrangierte Ehe, wo sie leider nicht selten Unterdrückung und Gewalt ausgesetzt sind. Um ihnen dieses Schicksal zu ersparen, versucht Franklin gemeinsam mit deutschen Spendern so vielen wie möglich eine gute Berufsausbildung zu ermöglichen.

Seit vielen Jahren arbeitet er dabei erfolgreich mit dem St. Josefs Hospital in Hosangabad zusammen, wo die jungen Frauen zu Krankenschwestern und Krankenpflegerinnen ausgebildet werden. Da die dreijährige bzw. einjährige Ausbildung Geld kostet, kann dieser große Traum allerdings längst nicht allen Schulabgängerinnen erfüllt werden. Nur die jeweils Besten aus einem Jahrgang dürfen sich über diese große Chance im Leben freuen.

Der Beruf der Krankenschwester ist einer der wenigen, der auch in Indien Frauen aus niederen Schichten offen steht und verhältnismäßig fair entlohnt wird. In seinem jährlichen Bericht schreibt Franklin uns detailliert, welche Mädchen die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und wo sie eine Anstellung gefunden haben. Der Verdienst aus einer Krankenschwesteranstellung reicht oft aus, um der eigenen Familie weiterzuhelfen oder sich ein eigenes, bescheidenes Glück aufzubauen.

10. Büffelfarm

Die Milch macht’s: Wir gründen eine Büffelfarm

Insgesamt versorgen die Pilar Fathers allein in Bhopal tausende Kinder und Jugendliche, die ohne diese Hilfe von akutem Hunger bedroht wären. Für die Ernährung ist Father Franklin zentral auf Spenden aus Deutschland angewiesen. Bleibt das Geld aus, fällt das tägliche Mahl der Kinder spärlicher aus. Damit im Notfall zumindest der Minimalbedarf gedeckt ist, bewirtschaftet der Orden in direkter Nachbarschaft zu seinen Schulen eigene Gärten, Felder und Obstplantagen. Auch Ställe für Geflügel oder Kaninchen sind an vielen Standorten zu finden. Diese Form der Selbstversorgung schafft ein wenig Unabhängigkeit, bleibt jedoch riskant, wenn beispielsweise Dürren oder Brände die Ernte vernichten.

Um an dieser Stelle mehr Versorgungssicherheit aufzubauen, errichtet die IndienHilfe Deutschland e.V. seit 2018 eine eigene Farm für Wasserbüffel. Unterstützt durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird auf dem Schulgelände in Shanti Nagar ein Stall für zunächst 25 Tiere errichtet, der je nach Entwicklung weiter ausgebaut werden kann.

Wasserbüffel sind in Asien weitverbreitet und genügsame wie ertragreiche Haustiere. Eine ausgewachsene Büffelkuh produziert bis zu 16 Liter Milch am Tag. Büffelmilch schmeckt nicht nur lecker, sie ist auch doppelt so fettreich wie Kuhmilch und zudem auch in ungekühltem Zustand deutlich länger haltbar. Eine komplette Büffelherde wäre somit ein wertvolles Standbein, um eine gesunde Ernährung der Kinder langfristig zu gewährleisten.

11. Imkerei

Fleißige Ernährungshelfer: Unsere Schulimkerei brummt!

Ausgangspunkt dieses Projektes war Father Franklins Besuch am Gymnasium in der Wüste in Osnabrück. Die Partnerschule beherbergt seit Jahren eine sehr erfolgreiche Schülerfirma „BidW“, in der eigener Honig produziert, vermarktet und verkauft wird. 2015 wurde das Imkereiprojekt sogar als beste Schülerfirma Deutschlands ausgezeichnet. Franklin zeigte sich beeindruckt von den Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler und mehr noch von der Fülle und dem Geschmack des Honigs und so entstand nach und nach die Idee, eine ähnliche Firma auch an der indischen Partnerschule aufzubauen.

Eine Schulimkerei in Indien würde nicht nur grundsätzliche Fähigkeiten in der Imkerei, im Vertrieb und Marketing vermitteln, sondern auch ganz direkt zur Ernährung bzw. Finanzierung der Schule beitragen. Ehemalige Schülerinnen und Schüler hätten zudem die Möglichkeit, das Imkerhandwerk zu erlernen und sich eine berufliche Zukunft aufzubauen.

Von Anfang an unterstützen die Schülerinnen und Schüler der „BidW“ das Projekt mit viel Elan und guten Ideen. Schließlich ging es nicht nur darum, Informationen zur Imkerei, sondern vor allem zur Organisation und den betriebswirtschaftlichen Vorgängen und Lerninhalten zusammenzustellen und für die indischen Partner aufzubereiten.

Tatsächlich war die eigentliche Pflege möglicher Bienenvölker lange Zeit das drängendste Problem. Schließlich unterscheidet sich das Imkerhandwerk zwischen Deutschland und Indien schon allein aufgrund klimatischer Unterschiede erheblich. Zum Glück konnte mit dem „Madhya Pradesh State Agro Industries Development Corporation Limited“ ein Imkereiinstitut in Bhopal gefunden werden, dass das nötige Know-how und viele wichtige Kontakte beisteuerte. Father Franklin wählte drei Vertraute aus, die das Institut für einen Imkereikurs besuchten und sich so das nötige Fachwissen aneigneten.

Währenddessen kümmerte sich die IndienHilfe Deutschland e.V. um die Finanzierung und sammelte gemeinsam mit dem Gymnasium in der Wüste eine herausragende Summe von rund 10.000 Euro an Spenden ein. Ein bewilligter Förderantrag in Höhe von 19.450 Euro durch die BINGO Umweltstiftung sorgte für zusätzlichen Spielraum, um ein geräumiges Schutzhaus, die technische Ausstattung sowie zehn Bienenvölker zu finanzieren.

Im Herbst 2018 waren alle Bauarbeiten abgeschlossen und die ersten zehn Bienenstöcke wurden auf dem extra eingezäunten und gesicherten Gelände aufgestellt. Sobald die erste „Ernte“ eingefahren ist, kann mit der Vermarktung und dem Verkauf ein zweites Kapitel aufgeschlagen werden. Wir hoffen, dass das Projekt langfristig Schule machen wird und noch viele Bienen die verschiedenen Schulen der Pilar Fathers bevölkern werden. Wer die fleißigen Insekten unterstützen möchte, kann gern für weitere Bienenvölker spenden.

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12. Gesundheitsversorgung

Medizinische Versorgung für die ärmsten der Armen

Als Franklin in den 80er Jahren nach Bhopal kam, litt die Region unter dem schlimmsten Chemieunfall der Menschheitsgeschichte. In einer Chemiefabrik des US-Unternehmens UNION CARBIDE kam es zu einer verheerenden Katastrophe, wodurch große Mengen Giftgas austraten und durch die angrenzenden Slums zogen. Hunderttausende von Menschen starben jämmerlich, erblindeten, verkrüppelten und leiden bis heute unter schlimmsten Langzeitwirkungen.

Obwohl die Firma durch geringe Sicherheitsbestimmungen und hohen Arbeitsdruck eine Mitschuld an dem Unglück trägt, kam es nie zu angemessenen Wiedergutmachungen. 1989 zahlte das Unternehmen an den indischen Staat 470 Millionen Euro, wobei das Geld nie bei den Betroffenen ankam. Bis heute sind weite Teile des Bodens und des Wassers mit Quecksilber und krebserregenden Chemikalien belastet. Eine Sanierung ist trotz überschaubarer Kosten nicht vorgesehen. Zu den Folgen der Chemievergiftungen zählen unter anderem Blindheit, Hirnschäden, Lähmungen, Lungenödeme, Herz-, Magen-, Nieren-, Leberleiden, Unfruchtbarkeit und Fehlbildungen bei Neugeborenen.

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Nur 5,- € kostet die Menge Reis, die nötig ist, um ein Kind in Indien einen Monat lang zu Ernähren.